Staub 2008-2010
Staub als zivilisatorisches Randprodukt, als Feindobjekt der gegenwärtigen Putzgesellschaft, als allgegenwärtiges Etwas in Nischen und Winkeln. Aber auch: Staub als Mikrokosmos aus unzähligen Bestandteilen, als Konglomerat aus unterschiedlichen Farben, Texturen und Strukturen, als sich selbst produzierendes Gebilde. Jeder Staub ist anders, jeder Raum stellt seinen eigenen Staub her, je nach Nutzung und Gestaltung.
In den letzten zwei Jahren habe ich mich an verschiedensten Orten in Wien und Umgebung auf die Suche nach Staubagglomerationen, auch bekannt als Staubmäuse oder (auf wienerisch) ‚Lurch’ genannt, gemacht, in Geschäftslokalen, Fabriken, Privatwohnungen, Ordinationen etc. etc. Dabei war es mir wichtig, in der Auswahl der Orte einen Querschnitt durch sämtliche Grundfunktionen der Gesellschaft zu treffen, um eine Art Typologie des Staubs in seinen unterschiedlichen Ausprägungen zu erarbeiten.
Die so gewonnenen Staubproben habe ich in ein Archiv eingegliedert und im Studio unter gleichbleibenden Bedingungen abfotografiert. Entstanden sind dabei 100 Fotografien von Lurch, die einen überraschend vielfältigen Überblick über das Erscheinungsbild von Staub ergeben.
Dust 2008 - 2010
Dust as a by product of civilisation, the enemy of a sterile society, a constant presence hidden in corners, nooks and crannies. Also, a microcosm made up of multiple components, a combination of different colours, textures and structures, a construct reproducing itself. Every bit of dust is different, each space produces it’s unique type of dust, depending on its nature and its individual use.
Over the last two years I have been looking for accumulations of dust, fluff and grime in various locations in and around Vienna. In commercial premises, factories, private properties, doctor’s surgeries etc. etc. It was important to me to offer a representative cross section of all basic functions of society, a kind of ‘typology of dust’ in its various shapes and forms.
I logged the ‘dust samples’ I had gathered in an archive and took photographs of them in a studio, all under the same conditions. The result was 100 photographs of dust which offer an insight into its surprisingly varied appearances.