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Fürs Leben gezeichnet. Gefängnistätowierungen und ihre Träger
Buchprojekt, 2003–2010, Veröffentlichung im Oktober 2010 in der Edition Taipan Classic, Wien – Berlin, Hg. Michael Grimm

Im Jahr 2003 lernte ich einen älteren obdachlosen Mann kennen, dessen Unterarme mit Tätowierungen versehen waren – Gefängnistätowierungen, wie er mir erklärte. Mein Interesse für diese Hautzeichen war geweckt und ich begann, mich auf die Suche nach Menschen mit Gefängnistätowierungen zu machen und diese zu fotografieren. Nun, fast sieben Jahre später, habe ich fast 150 Tätowierte fotografiert und zahlreiche Gespräche mit ihnen geführt. Die Ergebnisse aus der Beschäftigung mit dieser Tradition füllen mittlerweile ein Buch – ‚Fürs Leben gezeichnet. Gefängnistätowierungen und ihre Träger’.
Das Buch beinhaltet mehrere Zugänge zum Thema Gefängnistätowierung- in einem Essay werden die historischen Wurzeln und soziologischen Hintergründe dieser Tradition beleuchtet, daneben bieten Fotos und Zitate einen Einblick in die Welt der Gefängnistätowierung. Im Mittelpunkt steht vor allem die Zeit der Hochblüte der Gefängnistätowierung von den 1950er bis in die 1980er Jahre. Das Tätowieren in den Gefängnissen galt zu dieser Zeit als Zugehörigkeitszeichen zur „Unterwelt“. Hinter den Zeichen verbargen sich geheime Bedeutungen, biografische Details und persönliche Vorlieben des Trägers. Durch das Verbot des Tätowierens im Gefängnis galten die Tätowierungen als sichtbarer Akt der Rebellion und Zeichen der Freiheit auf einem gefangenen Körper.

Inked for life. The world of prison tattoos
Book projekt, 2003-2010, will be published in october 2010 by Edition Taipan Classic, Wien - Berlin, publisher: Michael Grimm

In 2003 I met an elderly homeless man whose forearms were covered in tattoos- prison tattoos, he explained to me. This encounter left me curious to find out more about these body ornaments and I started to look for people with prison tattoos in order to take photos of them. Over the last 7 years I have taken photographs of nearly 150 bearers of tattoos, accompanied by numerous conversations with them. The results of the confrontation with this cultural practice have since been collated in the book ‚Inked for life. The world of prison tattoos.’
This book includes different approaches to the subject of prison tattoos - an extensive essay takes a look at the historic and sociological roots of this cultural phenomenon. Furthermore, a large number of photographs and quotes offer insight into the world of prison tattoos. The focus lies in the period from the 1950s to the 1980s, the heyday of the practice of prison tattoos. Back then, getting tattooed in prison was considered to be a sign of belonging to a criminal subculture. The symbols carried secret meanings and revealed biographic details and personal preferences of the bearer. The ban on prison tattoos caused them to be regarded as a visible symbol of an act of rebellion and a sign of freedom on a captivated body.